Dezember 2007

 

Belgien – Pas-de-Calais – Picardie – Normandie

 

Literatur : Normandie, Hans Otzen, Reise Know-how Verlag 2006

 

Kartenmaterial : Michelin 231, 236; Euro-Länderkarte Frankreich, Belgien, Luxemburg

 

GPS: HP iPAQ mit TomTom 6

Stellplatzkoordinaten (OVI) von: >http://home.arcor.de/telbus/womo-sp/index.html<

 

 

Weihnachten / Silvester steht vor der Tür und wir haben a) noch genug Resturlaub und b) liegen die Feiertage in diesem Jahr supergünstig, so dass wir uns mit fünf Urlaubstagen zwei Wochen lang auf die Socken machen können.

 

Am späten Dienstagnachmittag düsen wir gleich nach der Arbeit nach Merzig zu Erich´s Mutter und Nichte. Der Mittwoch ist unser erster Urlaubstag, an dem es dann von Merzig aus los geht.

 

 

Mittwoch, 19.12.07

 

Über Luxemburg, natürlich mit einem Zwischenstopp zum Tanken, und Brüssel halten wir direkt auf die flämische Küste zu. Bei glutrot untergehender Sonne steuern wir Oostende an, biegen aber kurz zuvor in Richtung Veurne ab, um dann allerdings über Nieuwpoort nach Westende (1) zu fahren. Dank gut gepflegter Stellplatzliste und unserer Anke (=GPS, manchmal wird sie auch mit „blöde Kuh“ betitelt) gelangen wir ohne Umwege zum Parkplatz Strandlaan de St. Laureins. Wir platzieren uns direkt am Strand hinter die Dünen mit Blick aufs Meer. Na das hat doch schon prima geklappt!

 

Stellplatz:

Westende, Parkplatz Strandlaan de St. Laureins, Parken bis höchstens 24 Std. erlaubt, kostenlos. Während der Badesaison besteht die Möglichkeit zur Toiletten- und Duschen-benutzung. Schöner Sandstrand.

 

Es ist knackig kalt hier und da tut zum Abendessen eine deftige Linsensuppe Marke „Aldi“ richtig gut. Und unsere Heizung läuft auf vollen Touren. Nach dem Essen laufen wir noch eine ganze Weile am Strand entlang, bevor uns der eisige Wind wieder zurück in unsere wohlig warme Hütte treibt. Meeresrauschen wiegt uns in den Schlaf.

 

 

Donnerstag, 20.12.07

 

Am Morgen versucht sich die Sonne ihren Weg durch die Wolken zu bahnen, aber so richtig will das nicht klappen. Schaun wir mal, was uns die flämische Küste so alles zu bieten hat.

Von Westende aus fahren wir zuerst wieder zurück nach Nieuwpoort zum Campingplatz „De Zwerver“ (ausgeschilderter Entsorgungsplatz „im Vorbeifahren“ vor dem CP). Für € 2,00 dürfen wir entsorgen und laut Aufschrift auf der Wasserzapfsäule gibt es für € 0,50 100 l Wasser. Dank zugefrorenem Wasserschlauch und einem dünnen Rinnsal ist selbst mit zweimal € 0,50 unser 100 l Wassertank noch lange nicht voll, aber fürs erste reicht es mal. Nun kann es weitergehen.

In De Panne begutachten wir den Stellplatz auf dem Parkplatz Koningsplein, sagt uns aber nicht so zu, wir sind ja wählerisch, deshalb verlassen wir Belgien und machen rüber nach Frankreich. Irgendwie verfranzen wir uns dann ein bisschen, tuckern über einige kleine belgische Dörfer, wie z. B. Houtem, dann über die Grenze nach Hondschoote.

 

Leider konnten wir im Vorfeld keinen brauchbaren Reiseführer ausfindig machen, sämtliche von uns bevorzugten Verlage (Müller-Verlag, Rau-Verlag, Reise-know-how) bieten weder vom Pais-de-Calais noch von der Picardie ausführliche Literatur. So müssen wir uns mit den wenigen Informationen aus dem Internet begnügen.

 

Entlang der D947 stossen wir auf die N1, die uns direkt nach Dunkerque im Pas-de-Calais führt. Im Ortsteil Malo-les-Bains führt uns sowohl Anke wie auch ein Hinweisschild zum Stellplatz hinter den Dünen. Doch heute sind wir mal wieder sehr anspruchsvoll, wir wollen vom Nachtlager aus das Meer sehen, was hier nicht möglich ist. Na dann fahren wir halt noch ein bisschen. Aldi Marché liefert uns noch unsere Überlebensration und Navi Anke leitet uns aus der Stadt heraus auf die N1.

In Point Fort Philippe halten wir Ausschau nach einem geeigneten Übernachtungsplatz am Ufer des Flusses Aa. Schließlich überqueren wir den Fluss, fahren am Ufer entlang durch Grand-Fort-Philippe, bis wir schließlich das Meer sichten, wo wir dann auf dem Strandpark-platz am Boulevard Léon Marchal Quartier beziehen. Ist zwar kein offizieller WoMo-Stell-platz, aber für eine Nacht ganz passabel und wir haben direkten Blick aufs Meer.

 

Stellplatz:

Grand-Fort-Philippe (2), Parkplatz am Boulevard Léon Marchal, kostenlos, mit Blick aufs Meer.

 

Trotz der Kälte (oder gerade deswegen!) wollen wir uns ein bisschen bewegen und so packen wir uns warm ein und erkunden den Strand. Über eine ca. 1 km lange Mole entlang des Aa-Ufers erreichen wir den Leuchtturm an der Mündung. Mittlerweile hat auch die Flut eingesetzt und so langsam aber sicher füllt sich der Flusslauf. Auf dem Rückweg überrascht uns dann blitzartig dichter Nebel, keine 20 m Sichtweite, weder Strand noch Fluss noch Ort sind auszumachen! Gut, dass es nur diesen einen Weg gibt, so dass wir dennoch auch unsere Behausung wieder finden.

Der Abend bzw. die Nacht gestaltet sich aber etwas nervig. Ein PKW parkt hier ständig ein und fährt wieder weg, schließlich macht er dann noch mitten in der Nacht mehrere Bremsver-suche auf sehr glatter Strasse direkt vor unserem WoMo, was dazu führt, dass wir uns das Kfz-Kennzeichen sicherheitshalber notieren. Irgendwann ist dann endlich mal Ruhe, was uns dann wenigstens für ein paar Stunden Nachtruhe beschert.

 

 

Freitag, 21.12.07

 

Der Morgen ist trüb, dunstig, kalt und es hat über Nacht ein ganz klein wenig geschneit, alles um uns herum ist ganz zart gepudert. Gemütlich machen wir uns und das WoMo fertig, dann geht es wieder on Tour, auf nach Calais.

Die Stadt mit großem Fährhafen und Tunnel nach Dover bietet mehrere Stellplatz-möglichkeiten. Zuerst fahren wir den Platz am „Terminal car ferry“ direkt neben dem Campingplatz an (Gebühr € 7,00 für 24 h, € 13 für 72 h, VE extra, ??, Strom nur an der Entsorgungsstation). Von hier aus kann man die ein- und auslaufenden Fähren beobachten, im Grunde genommen ganz nett, aber z. Zt. stehen ein paar Maschendrahtbauzäune direkt vor den WoMo-Nasen und entsprechend ist auch die Geräuschkulisse. Wir wollen uns den Campingplatz anschauen, doch der hat geschlossen. Nun, wenn wir schon mal hier sind, wollen wir auch den Eurotunnel gesehen haben, doch der Stellplatz dort ist überhaupt nicht ansprechend. Nun fahren wir zum Einkaufszentrum neben dem Eurotunnel. Mehrere 2-m-Schranken versperren die Zufahrt zum Parkplatz. Doch ganz am Ende gibt es eine Einfahrt für Busse und gleich daneben auch einen Parkplatz für Wohnmobile. Gerne würden wir dieses riesige Einkaufszentrum in Augenschein nehmen, aber der Parkplatz übt auf uns nicht gerade Sicherheit aus. Wir studieren unsere Stellplatzliste und die Karte und entscheiden uns zur Weiterfahrt an die Opalküste.

Auf der D940 fahren wir die Küste entlang über Sangatte zum Cap Blanc-Nez. Wir befinden uns nun an der Steilküste des Parc National Regional du Nord-Pas-de-Calais. Unterhalb des Caps parken wir unseren Dicken auf dem Busparkplatz und marschieren zur Capspitze, von wo aus man herrliche Sicht auf die Küste und die Schiffsroute zwischen Calais und Dover hat, bei gutem Wetter (wir haben zwar Sonnenschein, aber keine klare Sicht) sogar bis nach England.

Nun sollten wir uns langsam erneut nach einem passenden Übernachtungsplatz umschauen. Unterhalb des Caps tuckern wir durch Escalles noch mal auf einen Parkplatz direkt über der Steilküste mit Zugang zu einem herrlich weiten Sandstrand. Doch dieser liegt ziemlich einsam, außerdem wird hier ausdrücklich vor Dieben gewarnt. Am Campingplatz im Ort hängt ein Schild „ouvert“. Sollen wir hier bleiben? Nein, wir fahren noch ein Stück weiter nach Wissant, was laut Internetrecherche ein schönes Ortszentrum haben soll. Das Örtchen ist auch schön und bietet auch einen schönen Municipal-Campingplatz, doch dieser verweilt derzeit im Winterschlaf. Dann fahren wir halt zurück zum Campingplatz in Escalles. Auf dem Weg dorthin sichten wir ein Hinweisschild zu einem WoMo-Stellplatz, wir folgen diesem Hinweis und landen bei einem Bauernhofstellplatz mit allem Comfort, allerdings „fermé“! Im weiteren erweist sich dann das „ouvert“-Schild am Campingplatz in Escalles als Finte – auch geschlossen! Na dann geht’s halt weiter entlang der Cote d´Opale zum Cap Gris Nez, laut Stellplatzliste gibt es hier zumindest einen Parkplatz. Gibt es auch, allerdings mit einer 2-m-Schranke versehen, davor einen Minibusparkplatz. Das gefällt uns nicht, somit bleiben wir auch von der dortigen Radarstation „unverstrahlt“.

Nun halten wir weiter auf der D940 auf Boulogne-sur-Mer zu. Bus- bzw. WoMo-Hinweis-schilder führen uns direkt in den Hafen der Stadt, idealer Ausgangspunkt zur Stadtbe-sichtigung und man kann stundenlang die ein- und ausfahrenden Fischerboote sowie die Speedferries beobachten.

 

Stellplatz:

Boulogne-sur-Mer (3), Parkplatz „Speedferry“, direkt im Hafen neben „Nausica“, kostenlos, keine VE.

 

Bei einem Hafenrundgang und der Erkundung der näheren Umgebung erstehen wir bei den täglich geöffneten Fischständen unser Abendessen: frischen Merlan, sozusagen frisch vom Kutter, das Kilo für sage-und-schreibe € 3,00 (das ist kein Schreibfehler!) und bekommen diesen auch noch filetiert! Wir zahlen für zwei Fische bzw. für 4 Filets € 2,80 !!! Und sie erweisen sich im späteren als superlecker!

Am Abend öffnet dann noch beim Stellplatz eine Fischbude und Erich bekommt schon Panik, dass es hier mal wieder turbulent werden könnte. Aber es bleibt alles relativ ruhig, es fahren zwar mehrere Autos zum Strand am Ende der Hafenstrasse und ein paar Kunden der Fischbude halten an, aber schon bald schließt auch die Bude wieder und es kehrt Ruhe ein.

 

 

Samstag, 22.12.07

 

Allerdings muss man bedenken, dass wir hier in der Stadt sind. Schon früh morgens fängt der Verkehr wieder an, sowohl auf der vorbeiführenden Strasse, wie auch auf dem Wasser. Also allzu lange schlafen ist hier nicht!

Nach dem Frühstück machen wir uns auf zur Stadtbesichtigung, schlendern durch die Hauptstrasse zum gerade stattfindenden Markt bei der Kirche hinauf und stossen dann auf die Festungsmauern der Altstadt. Hier geht es dann doch gemütlicher und ruhiger zu. Von der begehbaren Altstadtmauer kann man die ganze Stadt überblicken, wahrscheinlich sieht man bei klarer Sicht auch bis nach England. Mittlerweile ist es auch schon milder geworden und die meiste Zeit scheint die Sonne.

Zurück im WoMo studieren wir mal wieder die Karte und starten erneut zum nächsten Ziel. Vorbei an Le Portel führt uns die D119 nach Equihen-Plage. Wiederum weist uns ein Hinweis zu einem WoMo-Stellplatz direkt über der Steilküste, sogar mit VE. Aber der Ort an sich hat nichts besonderes und das Frischwasser ist entweder eingefroren oder abgestellt, wir können zwar entsorgen, aber Wasser bekommen wir keines. Da schaun wir doch mal, was uns die Küste noch so alles zu bieten hat.

Nächste Station ist Hardelot-Plage. Durch ein prächtiges Villenviertel, im Pinienwald gelegen, mit teils golfplatzgroßen Anwesen, erreichen wir das Ortszentrum. Aber auch hier entspricht der Stellplatz, was ein nüchterner Parkplatz ist, nicht unseren Vorstellungen.

Nun geht’s weiter auf die D940 und nach Le-Touquet-Paris-Plage. Auch hier durchfahren wir ein bewaldetes Villenviertel, passieren einen Stellplatz neben dem Hippodrom und kommen zum Stellplatz an der Base Nautique Nord (Gebühr € 7,00, VE € 2,00, 55 Min. Strom an der Wasserzapfsäule €2,00). Liegt ganz schön und relativ ruhig, trotzdem schauen wir uns aber noch den anderen Stellplatz genauer an. Dieser verfügt ebenso über eine VE-Station und mehrere Stromsäulen direkt bei den einzelnen Stellplätzen, Gebühren wie bei dem anderen Platz. Doch irgendwie hat dieser Platz keine Struktur, sieht irgendwie ungeordnet aus, also zurück zur Nautiquebase. Nun heißt es zuerst Wasser fassen. Wir speisen die Zapfsäule mit einer 2-Euro-Münze, doch aus dem Schlauch tropf nur ein klägliches Rinnsal, was gerade mal unseren Wassertank anfeuchtet, mehr auch nicht! Sozusagen Dropje for Dropje – beste Qualiteit – oder was?!? Eingefroren? Abgestellt? Defekt? Egal, was auch immer, das hilft uns auch nicht weiter. Bei dem anderen Platz hatten wir allerdings beobachtet, dass ein anderer WoMo-Fahrer sein Gefährt mit dem Schlauch abspritzte, also muss dort die Wasser-versorgung funktionieren. Auf dorthin. Hier wird für zwei Euro (laut Aufschrift auf der Säule 10 Min. Wasser) unser Wassertank bis zur Kante hin voll und außerdem reicht es noch übrig zu einer kompletten Fahrgestellwäsche. Bestens! Das macht Erich ganz euphorisch, so dass er nun doch noch weiterfahren will.

Nächstes Ziel: Stella-Plage. Grauselige Wohnblocks am Strand, ein Hinweisschild führt zu einem hinter einer hohen Düne liegenden obligatorischen, total versandeten WoMo-Stellplatz, gleich dahinter ein eigenartiger Campingplatz, der doch eher nach einem präzise angelegten WoMo-Stellplatz aussieht, aber verschlossen ist.

Wieder auf der D940 erreichen wir Berck-sur-Mer. Laut Stellplatzliste gibt es hier eine Übernachtungsmöglichkeit bei der Nautique-Base und eine beim alten Krankenhaus. Wir fahren zuerst zur Base Nautique. Vor dem Bootsclub befindet sich ein Parkplatz, bis zum Strand bzw. bis zum clubeigenen Parkplatz dürfen offiziell nur berechtigte Fahrzeuge fahren. Dieser Platz scheint uns ganz passabel, zumal auch schon ein Kollege dort steht. Trotzdem inspizieren wir noch den Parkplatz beim „l´ancien hopital“, den allerdings eine 1,90 m-Schranke ziert! Wir tuckern noch an der Strandpromenade entlang, dann wieder durchs Städtchen zurück zur Nautiquestation.

 

Stellplatz:

Berck-sur-Mer (4), Parkplatz bei der Base Nautique, kostenlos, keine VE. Während der Saison ist das Parken für WoMos ausdrücklich verboten!

 

Vom Parkplatz aus kann man schöne Strandspaziergänge unternehmen und kilometerweit entlang der Promenade flanieren. Bei einsetzender Flut muss man nur aufpassen, dass man vom Meer nicht auf einer etwas erhöhten Sandbank eingeschlossen wird. Warnschilder weisen auch darauf hin, dass man sich den manchmal hier liegenden Robben nicht nähern sollte, leider haben wir aber keine gesehen.

Später erweist sich der Platz dann doch nicht als ruhig, es folgt eine halb schlaflose Nacht durch ein paar „jugendliche Partyfreunde“, ständig zuschlagende PKW-Türen, davonbrausende Autos und weggeworfene, scheppernde  Bierbüchsen.

 

 

Sonntag, 23.12.07

 

Es fehlen uns ein paar Mützen voll Schlaf und wir verlassen schnellstmöglich diesen Ort. Wieder zurück auf der D940 umfahren wir die Baie d`Authie, zweigen dann auf die D532 ab und nehmen den ausgeschilderten Bus- und WoMo-Stellplatz in Fort-Mahon-Plage unter die Lupe. Dieser, fast mitten im Ort gelegene, unschöne Platz dient unseres Erachtens lediglich zum Ver- und Entsorgen. Ersteres ist allerdings wieder mal nicht möglich weil abgestellt. Aber zumindest werden wir ein paar „Sorgen“ los.

Entlang der D32 stossen wir wieder auf die D940 und fahren nach Le Crotoy, was uns schon von einer früheren Tour bekannt ist. Mal sehn, ob sich der nüchterne 5-Euro-Platz verbessert hat. Nein, es hat sich nichts verändert! Das Parken kostet immer noch € 5,00, VE immer noch extra, der Platz ist auch nicht schöner geworden und das Wasser sprudelt immer noch schäumend aus der Schleuse.

Wir erinnern uns, auch schon in St. Valery sur Somme gewesen zu sein, haben aber kein Bild mehr vom Stellplatz vor Augen. Wir umfahren die Baie de Somme und erreichen St. Valery sur Somme. Als wir vor dem Stellplatz in der Rue de la Croix stehen, erinnern wir uns wieder an diesen Platz, den wir vor ein paar Jahren zwar für sehr ordentlich befunden haben, aber dennoch nicht geblieben sind, was wir auch jetzt nicht tun.

Und wohin jetzt? Vielleicht Cayeux-sur-Mer? Oder Ault? Oder vielleicht doch ins altbekannte Le Treport? Genau! Da fahren wir jetzt hin, dort gibt es Strom und alles was man sonst noch so braucht! Schnurstracks erreichen wir über die D940 Le Treport und zielsicher den dortigen Stellplatz. Gut belegt hier, aber das ist ja nichts neues! Leider sind schon alle Randplätze besetzt, aber wir beziehen doch noch ein ganz passables Plätzchen direkt beim Weihnachtsbaum. Ruckzuck ist der Strom angeschlossen und sogleich brummt auch unser elektrischer Heizlüfter, ist ja alles inklusive, wenngleich die Gebühr auch angestiegen ist auf derzeit € 6,40 für 24 h, was aber ein sehr fairer Preis ist im Vergleich zu anderen Stellplätzen. Und nun ist nur noch Entspannung angesagt.

 

Stellplatz:

Le Tréport (5+6), Rue Pierre Mendes france, Gebühr € 6,40 (wird am Abend persönlich kassiert) inklusive VE und Strom. Zwischen 8.30 und 9.00 Uhr versorgt jeden Morgen ein hupender Bäcker die Wohnmobilisten mit frischen Backwaren. Fußläufige Entfernung zum Ortszentrum und zu den Falaises.

 

Zum Abendessen gibt’s unter dem Mini-Raclette gegrillten, in Schinken gewickelten Ziegenkäse und als zweiten Gang Crevetten mit Rouille, dazu heimischen Rotwein aus dem WoMo-Keller.

Montag, 24.12.07

 

Mein Gott, haben wir gut geschlafen! Erst das lautstarke Hupen des Bäckers treibt uns aus der Koje. Es folgt gemütliches Frühstück, ausgiebiges Duschen und Reinemachen und ein Spaziergang mit Cafe-(Calva)-Schlürfen im Städtchen. Es ist doch deutlich milder hier als in Belgien und wieder einmal ist uns auch heute die Sonne hold. Überrascht sind wir dann von den Preisen in der städtischen Fischhalle. Wir dachten immer, die Preise seien hier sehr moderat, mittlerweile sind wir eines besseren beleert und vergleichen die hiesigen Preisen mit denen in Boulogne. Hier kostet beispielsweise ein Kilo Merlanfilet € 15,00, ganze Merlane bekommt man schon gar nicht und während in Boulogne das Kabeljaufilet € 12,00 kostete, verlangt man hier € 25,00! Wir versuchen es diesmal mit frischen Makrelen für € 6,00 pro Kilo.

Obwohl wir jetzt schon mehrere Male hier gewesen sind, entdecken wir bei unserem Streifzug durch die Gassen immer wieder neue Eckchen. So kommen wir heute zum ersten Mal zum alten Gefängnis, das heute ein historisches Museum beherbergt, und zur Èglise Saint Jaques.

Am Abend starten wir dann das Experiment mit der Makrele. Dieser tote Fisch ist schon bekömmlich, aber ein zweites Mal müssen wir den nicht haben! Geräuchert mit Baguette und Meerrettich passt es wohl besser – Trinkes nid vergessen !

Während wir dann zu fortgeschrittener Stunde unsere Vorbereitungen fürs Zubettgehen treffen, beobachten wir unsere Nachbarn, die offensichtlich ein Stromversorgungsproblem haben. Es wird alles mögliche ausprobiert, Stecker rein, Stecker raus, Werkzeug ausgepackt, aber es scheint kein Strom zu fließen. Da wird Erich zum rettenden Weihnachtsengel, er stürzt sich in die kalte Nacht und hilft unserem französischen Nachbarn. Wo sonst alle Landsmänner zusammenhängen und palawern, ist nun kein Franzose in Sicht. Gemeinsam stellt man dann fest, dass die angezapfte Steckdose an der Stromsäule keinen Saft mehr hergibt, hat der Kollege wohl überlastet (;-)). Aber wie gesagt, Erich erledigt seine gute Tat für diesen Tag (jeden Tag eine gute Tat!) und klemmt den Nachbarn an unserer Steckdose an. Dazu läuten die Glocken der nahen Saint-Jaques-Kirche. Der Nachbar ist glücklich und die Nation hat wieder einen Helden mehr! Nun können wir getrost schlafen gehen.

 

 

 

Dienstag, 25.12.07

 

Jetzt waren wir lange genug hier, wir schlagen unsere Zelte ab und ziehen weiter. Vorher übergeben wir unseren Stromanschluss noch an unseren Nachbarn. Heute wollen wir mal ein bisschen was vom Hinterland sehen. Wir fahren auf der D49 die Bresle entlang zur Glasbläserstadt Blangy-sur-Bresle, dann weiter die N28 zur Käsestadt Neufchâtel-en-Bray. Dann zieht es uns aber doch wieder in Richtung Meer. Stadtauswärts kommen wir bei Danone vorbei und tuckern entlang der D1 auf Dieppe zu. Hier halten wir uns mehr links, so dass wir auf die Küstenstraße D75 in Richtung St.-Valery-en-Caux gelangen. Doch ein richtig ideales Stellplätzchen können wir leider nicht entdecken. Wir kurven noch ein Stückchen weiter die Küste entlang über Veulettes-sur-Mer, dann aber doch zur D925 und nach Fécamp und zu den Parkplätzen am Quai Sadi-Carnot. Hier dürfen WoMos bis zu einer Länge von ca. 7 m stehen bzw. übernachten. Eine VE-Station befindet sich ein Stück weiter im Port de Plaisance, daneben ein paar wenige, sehr unebene und kurze Parkplätze für Camper. Wir bleiben am Quai Carnot. Und dann fängt es an zu regnen, hält aber nicht allzu lange an.

 

 

Stellplatz:

Fécamp (7), Parkplatz am Quai Sadi-Carnot, kostenlos, bis 7 m Länge. VE in nächster Nähe im Freizeithafen. Fußläufige Entfernung zu Strand und Centre Ville. Für eine Nacht und Ortserkundung ok – mehr aber auch nicht.

 

 

Mittwoch, 26.12.07

 

Morgens ruft meine Schwester an und fragt, wo wir uns gerade aufhalten und wie weit das wäre. Vor allem interessiert sie auch das Wetter, laut ihrer Aussage schneit es derzeit  zuhause und ist schmuddelig kalt. Ich erkläre ihr unseren Standort, allerdings mit dem Hintergedanken, dass es doch sehr weit ist. Dass wir gerade in der Sonne bei ca. >10°C spazieren gehen, macht sie dann sehr hellhörig und neidisch. Sie meint, so gegen 19 Uhr wären sie da ?!??? Wir verschwenden keinen Glauben daran und ziehen, nach einem Spaziergang durch den Hafen und am Strand entlang, weiter.

Die Küstenstraße bringt uns in das verschlafene, aber charmante Örtchen Yport. Mitten im Ort befindet sich ausgeschildert ein P Camping Cars, was auch gleichfalls an verschiedenen Tagen als Marktplatz dient. Heute können wir parken und das Örtchen, den Strand und die Kreidefelsen zu inspizieren.

Weiter führt uns die D211 nach Etretat. Hier liegt der WoMo-Stellplatz (€ 5,00/24h + VE) aber ziemlich ab vom Schuss, weder Meer noch Stadtzentrum sind in Sicht. Nun fassen wir kurzerhand den Entschluss über Le Havre und über die grandiose Pont de Normandie nach Honfleur zu fahren. Dort kennen wir den Stellplatz und die Gegebenheiten und haben Strom und Wasser (dachten wir !).

Auf der D940 kommen wir nach Le Havre. Und hier sind wir wieder mal für Ankes Geleit sehr dankbar, problemlos führt sie uns in die richtige Richtung direkt zur Pont de Normandie. Vor dem Gebührenterminal halten wir für eine Fotosession auf dem Parkplatz an, dann entrichten wir den Obolus von € 5,00 und genießen die 2 km lange Fahrt über die mächtige Hängebrücke über die Seine. Und gleich danach landen wir dann in Honfleur und steuern geradewegs den Stellplatz am Hafen an.

Stellplatz:

Honfleur (8), Stellplatz am Quai de la cale, € 7,00 / 24 h incl. VE und Strom. Fußläufige Entfernung zur Stadtmitte.

 

Was wir nicht wussten und erst nach einigem Herumgekurve über den Platz feststellen, ist, dass von November bis März Strom und Wasser abgestellt sind! Und wir haben uns schon gewundert, wieso kein einziges WoMo am Strom hängt. Scheibenkleister! Doch jetzt haben wir die 7 Euro bezahlt, da bleiben wir auch (vermutlich sind wir die einzigen, die hier bezahlt haben!!!). Die Police-Municipale fährt mehrmals über den Platz, kontrolliert aber keinen einzigen Parkausweis.

Und gleich ziehen wir auch los, um in der Stadt noch ein Baguette zum Abendessen zu besorgen. Am alten Hafenbecken findet bis zum Jahresende noch der Weihnachtsmarkt statt und alles erstrahlt in festlichem Lichterglanz. Während wir dann so durch die Gassen ziehen und ich ausgiebig die Atmosphäre der gemütlichen Holzkirche Église Sainte-Cathérine auf mich wirken lasse, ist dann ganz plötzlich unser Baguette aufgegessen. Dann kochen wir zu unserem Fleisch eben doch Kartoffeln.

Eine Zeit nach unserem Abendessen trällert dann wieder das Handy. Meine Schwester. Sie seien jetzt in Le Havre und wo sind wir? Ganz verdutzt erkläre ich ihr unseren Standort und nach einigen weiteren Telefonaten stehen sie dann vor unserer WoMo-Tür. Über 700 km durchgebraust, um hier im Hotel einmal zu übernachten!

 

 

Donnerstag, 27.12.07

 

Nach dem Frühstück treffen wir uns wieder mit der „buckligen Verwandtschaft“ und unternehmen nochmal einen Stadtbummel. Diesmal stelle ich fest, dass die von mir so geliebte Holzkirche am Abend bei Beleuchtung einen viel größeren Charme auswirkt, als bei Tage.

Dann wollen wir noch ein bisschen die Küste entlang fahren und uns ein neues Übernachtungsplätzchen suchen. Wir fahren mit Gefolge aus Honfleur hinaus, auf der D513 die Küste entlang. Unterwegs halten wir auf einem Rastplatz an und machen zu Fuss einen Abstecher zum Strand. Schließlich und letztendlich landen wir in Deauville am Hafen und sogleich steht auch fest, dass dies unser Nächtigungsplätzchen sein wird.

 

Stellplatz:

 

Deauville (9+10), Parkplatz am Quai de la gare (im Hafen), kostenlos, keine VE. VE-Station beim Stellplatz am Boulevard des Sports. Fußläufige Entfernung zum Zentrum von Deauville und nach Trouville-sur-Mer.

 

Gemeinsam nehmen wir im Städtchen noch unser Mittagessen ein, schlendern ein wenig durch die Gassen und am Hafen entlang, bevor sich meine Schwester mit Anhang wieder verabschiedet. Sie wollen noch ein paar Köstlichkeiten im SuperU bunkern und dann in Richtung Paris fahren, mit einer Zwischenübernachtung, um dann morgen endgültig wieder nach Hause zu kehren. Und wir bleiben!

Unser Abendspaziergang führt uns über den Fluß Touques ins benachbarte Trouville-sur-Mer. Am Fluss entlang bis hin zum Meeresstrand löst ein Lokal das andere ab, wer da nicht das richtige für sich findet, der muss äußerst wählerisch sein. Fast alle Restaurants und Bars haben selbst jetzt im Winter Tische und Stühle draußen und es wird beheizt. Die Fischhändler müssen sich derzeit mit Containern für ihren Fischverkauf begnügen, die alte Fischhalle am Flussufer befindet sich offensichtlich im Sanierungszustand. Am Ende der Promenade prunkt unübersehbar ein riesiges Casino. Unser Abstecher in die Gässchen von Trouville offenbart uns viele kleine, hübsche Läden und noch mehrere kleine, gemütlich dreinwirkende Restaurants und Brasserien, allerdings sind unsere Bäuche noch von mittags gefüllt. Und so schlendern wir wieder zu unserem Standpunkt zurück.

 

Freitag, 28.12.07

 

Langsam gehen unsere Wasservorräte zur Neige, was bedeutet, wir brauchen eine VE-Station. Nur zwei Ecken weiter befindet sich am Boulevard des sports ein kleiner Stellplatz mit VE-Möglichkeit. Auf diesem kleinen Platz haben wir schon einmal mit unserem kleineren „Big Blue“ übernachtet, was mit unserem jetzigen, etwas größeren Dicken sicher Probleme bereiten würde. Nun gut, wir wollen ja nur ver- und entsorgen. Auf dem Platz weilen auch ein paar „Kurze“, aber Wasser bunkern ist hier nicht, die Station ist mit Bauzaun abgesperrt, es fließt kein Tröpfchen Eau, auch die Entsorgung ist nicht möglich. Wir müssen weitersuchen. Wir nehmen wiederum die Küstenorte  der Côte Fleurie in Angriff: D513 über Bénerville-sur-Mer, Bionville-sur-Mer, Villers-sur-Mer, Houlgate und Cabourg, dann weiter D514 über die Orne nach Ouistreham. Im Fährhafen finden wir zwar den Stellplatz mit Entsorgungsstation, diese lässt sich allerdings nur mit Jetons in Betrieb setzen, diese gibt’s beim Office de Tourisme. Dieses entdecken wir dann auch noch, ob es aber jetzt um die Mittagszeit geöffnet hat? Erich geht los und kommt ohne Jeton zurück. Das Büro hat geschlossen, aber eine nette Dame gab ihm dennoch Auskunft, mit dem Ergebnis, dass das Wasser im Winter abgestellt ist. Puh! Wat nu! Unsere Stellplatzliste gibt eine weitere VE-Station im nahen Colleville-Montgomery beim Sportplatz preis. Erneuter Versuch! Gescheitert! Dank Anke kommen wir zwar ganz schnell zu besagtem Platz, aber Anke kann auch abgestellte Wasserhähne nicht zum laufen bringen. Nun denn, entsorgt haben wir wenigstens. Jetzt haben wir genug von der Sucherei, wir fahren schnurstracks über die D224, D513, D27 und D278 zurück nach Deauville und bunkern bei Onkel Aldi bestes Mineralwasser als Notration. Im übrigen gehen wir dann sehr sparsam, um nicht zu sagen spartanisch mit unserem kostbaren Nass um.

Da wir dann auch noch ein Baguette benötigen und außerdem auch mal wieder unsere faulen Glieder bewegen sollten, nehmen wir am späten Nachmittag Deauville genauer unter die Lupe. Während im benachbarten Trouville Lokalitäten jeder Art zu finden sind, sind hier doch mehr kleinere Geschäfte und vor allem Nobelboutiquen ansässig. Deauville mit den mondänen Hotelanlagen, wie z. B. das Hotel Normandy,  und den eleganten  Herrschafts-villen ist viel vornehmer als seine Nachbarstadt. Aber vor allem speist man in Trouville preiswerter als im feudalen Deauville. Bekannt ist die mondäne Stadt beim Pferdesport. Im Hippodrome finden alljährlich im Sommer Pferderennen und Polospiele statt. Entlang des kilometerlangen Strandes flaniert man über „planches“ (Holzdielen) an den mit Namen berühmter Filmschauspieler und anderer Persönlichkeiten der Glitzerwelt versehenen Umkleidekabinen vorbei. Es gibt viel zu sehen!

Für den Abend haben wir uns das Lokal „Le vieux Normand“ in Trouville-sur-Mer ausge-guckt, da es Fondue anbietet. Erich meint, man könne in Frankreich doch nicht vor 20 Uhr essen gehen. Wenigstens kann ich ihn davon überzeugen, nicht ganz so spät loszugehen und so ziehen wir gegen 19.15 Uhr endlich los. Etwa 15 Minuten später erreichen wir das Lokal am Boulevard Fernand Moureaux und es ist knallevoll! Erich bleibt fast die Spucke im Halse stecken. Wie kann um 19.30 Uhr in Frankreich ein Restaurant schon total ausgebucht sein? Unfassbar!!! Ich ziehe eine Schnute, weil ich ja auch schon viel früher los gehen wollte! Aber nein! Die weitere Suche nach einem kleinen gemütlichem Restaurant führt uns wiederum in die Einkaufsgässchen der Stadt. Blau karierte Tischdecken verheißen Gemütlichkeit und bodenständige Speisen und so zieht es uns ins L´Inattendu in der Rue des Bains. Nach einem Kir Normandie gibt es für Erich seine heißgeliebte Fischsuppe mit Rouille, für mich Crevetten, danach Kalbfleisch mit leckeren krossen Bratkartoffeln für Erich und für mich natürlich Fisch – Dorade -, danach ein Calvadossorbet und Crème brulée. Satt! Nun geht’s wieder zurück zum WoMo und ab in die Kiste.

 

 

Samstag, 29.12.07

 

Wo kriegen wir heute Wasser her? Wir könnten es ja mal im Hinterland probieren, zumal wir ja langsam auch wieder Richtung Heimat rücken müssen. D278 und N177 bis Pont-l`Eveque, dann D48 nach Lisieux. Hier versuchen wir es erst „proche du carmel“ (beim Karmelitterkloster in der Rue du Carmel). Bei einem PKW-Parkplatz (absolut ungeeignet für WoMos) entdecken wir die VE-Station – abgestellt! Übernachten wollen wir sowieso auf der „Ferme sous les pommiers“ in der Ave Jean XXIII. Unsere Stellplatzliste verspricht dort 20 Stellplätze mit VE und Strom. Nur wir finden diesen Apfelbauernhof nirgendwo, wir fahren die Ave Jean XXIII rauf und runter, nirgends eine Ferme. Oh, mon dieux!

Was nun folgt, ist nicht unbedingt nachahmungsfähig! N13, E402 nach Brionne an der Risle, Parkplatz an der Pont de Risier – nix! Nach St. Germain de Pasquier über die D26. Sehenswert ist hier die kleinste Mairie von ganz Frankreich, ein etwa fünf Quatratmeter großes Häuschen. Genau gegenüber lässt sich ganz gut parken, aber eben nur parken. Weiter nach Elbeuf und an der Seine entlang (D321) nach Pont-de-l´Arche. Dann kurven wir kreuz und quer durch ein Naherholungsgebiet zwischen Eure und Seine, bis wir wieder auf die N15 stossen. Wir umfahren Gaillon, überqueren auf der D316 die Seine, um dann auf der D10 entlang der Seine und D313 nach Port-Mort kommen. Es geht schon auf den Abend zu und so erwägen wir hier eine Übernachtung auf dem Parkplatz an der Grand Rue. Dieser einfache kleine Parkplatz mitten im Ort lädt aber so gar nicht zum Parken ein und schon gar nicht zum Übernachten. Aber was gibt es sonst noch hier? In diesem Gebiet gibt auch unsere Stellplatzliste nicht sehr viel her.

Weiter geht’s entlang der D313 nach Vernon und (Blitzidee: Silvester in Paris) von hieraus direkt auf die Autobahn nach Paris. Jetzt fahren wir zum Campingplatz „Bois de Boulogne“.  Es ist schon spät und höchste Zeit, ein Lager zu beziehen. Oh Graus! Der Campingplatz ist wohl geöffnet, allerdings stehen Schlangen von Wohnmobilen davor und viele fahren auch gleich wieder ab. Nur einige wenige Fahrzeuge dürfen die Schranke passieren, wir erfahren sogleich den Grund – der Platz ist komplett ausgebucht und nur angemeldete WoMos haben noch Zugang! Sch...! Wohin jetzt? Anke will uns schnellstmöglich zum neuen Stellplatz leiten, doch viele Strassen sind schon (für Silvester) von der Polizei abgesperrt. Dann über die Peripherique nach Versailles. Kilometerlang umrunden wir mitten in chaotischem Verkehr Paris und dann ist der mögliche Stellplatz von Baufahrzeugen belegt!

Mittelschwer genervt jetzt nur noch schnell raus aus Paris in Richtung Metz. An einer Autobahnraststätte halten wir an, um wenigstens unsere Mägen nicht auch noch in Aufruhr zu versetzen. Dem seltsamen Etwas auf unseren Tellern müssen wir 6 Kotzlöffel verleihen, der Hunger treibt es aber hinunter, dass es dennoch drin bleibt, grenzt wahrlich an ein Wunder! Inzwischen haben wir aber die Stellplatzliste inspiziert, die uns einen Parkplatz in Saint-Cyr-sur-Morin am Petit Morin verspricht. Hin! Gott-sei-Dank haben wir unsere Anke, die uns problemlos geradewegs dort hin geleitet. Aber der Parkplatz an der Brücke über den Petit Morin ist teilweise Baustelle, matschiger, aufgeweichter Untergrund, fast wären wir auch noch in diesem Matsch eingesunken, und auf der einzigen Möglichkeit steht bereits ein Kollege. Uns noch daneben zu quetschen ist nicht unsere Art. Wir ziehen von dannen. Ohne massstabgrößere Karte (wir haben jetzt keine Detailkarte mehr, nur noch die Übersichtskarte von Frankreich, Belgien, Luxemburg im Massstab 1 : 800 000) tuckern wir nun sozusagen blind (mit Anke) durch die Pampa und bleiben letztendlich mitten in einem kleinen Dorf namens Villeneuf-sur-Bellot auf dem Parkplatz neben der Kirche stehen. Schluss jetzt, es ist Zeit für ins Bett!

 

Stellplatz:

Villeneuf-sur-Bellot (11), Parkplatz in der Rue du Pont, direkt neben der Kirche.

 

 

Sonntag, 30.12.07

 

Die Nacht war sehr ruhig. Mit dem schönen Wetter ist es wohl jetzt vorbei, es ist schon einige Grad kälter und die Sonne macht sich auch ziemlich rar. Erich besorgt beim nahen Bäcker noch frische Croissants und Baguette und dann geht’s auch schon los. Erich beschliesst, schnellstmöglich auf die Autobahn zu fahren, weil er hier die einzige Möglichkeit zum Wasserbunkern sieht (warum haben wir das nicht schon gestern gemacht???). Aber erst mal tuckern wir kilometerweit durch die Wallachei, auf Strässchen, die vermutlich noch nie ein WoMo gesehen haben ;-). Endlich erreichen wir wieder „festen Boden“, sprich eine gut ausgebaute Strasse, die uns im weiteren auch auf die Autobahn bringt. Und nun folgt das beste dieses Tages. Für einen Obolus von € 5,80 (Autobahngebühr) können wir bei einem Rastplatz (ohne Tankstelle ...) Wasser bunkern! Welch herrliches Geräusch in unseren Ohren, als das Wasser von der Gießkanne in unseren Wassertank plätschert! Nun können wir beruhigt frühstücken und dann auch gleich noch Duschen. Herrlich! Es ist Sonntag, im wahrsten Sinne des Wortes! Jetzt müssen wir nur noch ein schönes Stellplätzchen finden.

In Reims fahren wir wieder von der Autobahn ab und lassen uns von Anke nach Chamery in der Champagne geleiten. Hier gibt’s bei der Festhalle einen Stellplatz mit VE-Station. Nur um diese Entsorgungsstation gestaltet sich derzeit eine Baustelle, deshalb fahren wir weiter. Auf unserer Fahrt nach Chamery durften wir auch schon den neuen Bahnhof „Gare Champagne“ außerhalb von Reims mit komplett neuer Infrastruktur in Augenschein nehmen. Und hier kommen wir nun auch ein zweites Mal vorbei. Geradewegs kurven wir jetzt nach Epernay mit herrlichen Ausblicken auf die Weinberge der Champagne und vorbei an den Höfen der Champagnebarone, dann entlang der Marne. In Mareuil-sur-Ay entdecken wir einen Stellplatz mit VE und Strom direkt am Marneufer (warum sind wir da nicht geblieben?). Weiter geht’s nach Chalons-en-Champagne, kurven auch hier ein bißchen herum und entdecken – nix! Die N3 bringt uns nach Les Islettes zwischen Chalons-en-Champagne und Verdun und hier etwa 4 km außerhalb zu einem Stellplatz mitten im Wald bei C. S. A. mit VE und Strom. Schluss – aus – fertig! Zumindest sind wir heute einige Kilometer auf der Touristique-Route de Campagne gefahren.

 

Stellplatz:

Les Islettes (12), Stellplatz bei C. S. A., D2C, im Ort ausgeschildert. Übernachtung mit VE und Strom € 5,00, freiwillig in einem Kuvert zu entrichten, sonst Ent- bzw. Versorgung je € 1,00. Natürlich war hier das Wasser auch abgestellt !

 

Schon früh am Abend wird es dann absolut ruhig hier, kein Vogelgezwitscher, kein Mäuschen hustet, Totenstille.

 

 

Montag, 31.12.07

 

Die Totenstille hält lange in den Morgen hinein an, ab und zu hört man ein Vögelchen zwitschern. Dementsprechend haben wir gut geschlafen. Allerdings ist es jetzt rings um uns herum total neblig und zudem auch noch kalt. Gemütlich wird gefrühstückt, wir haben ja nichts zu versäumen. Dann geht’s wieder on tour. Nur gut, dass wir gestern auf der Autobahn Wasser gebunkert haben, denn auch hier oben ist das Wasser angesichts der niedrigen Temperaturen abgestellt.

Wieder zurück auf der N3 halten wir nun auf Verdun zu, um hier auf die D964 entlang der Meuse nach Stenay zu kommen. Leider hält der Nebel weiterhin an, so dass nur sehr wenig von der Umgebung zu sehen ist. Vor dem Ort leitet uns ein Schild (und Anke!) zum Port de Plaisance, dem wir folgen, bis wir direkt an der Meuse landen und in der Rue du Port einen der wenigen Stellplätze, allerdings mit Stromversorgung (!) beziehen.

 

Stellplatz:

Stenay (13), Rue du Port, 6 Plätze am Port de Plaisance, Gebühr : 6 € , Entsorgung und Strom ist immer möglich, Versorgung (Wasser, WC, Dusche, Waschmaschine, Trockner) ist in der Capitanerie möglich, nachdem man sich im OT angemeldet und den Zugangscode bekommen hat. Die Gebühr ist im Sommer in der Capitanerie zu entrichten, sonst im OT, außer sonn- und montags, da kommt der Kassierer persönlich vorbei. Im Preis enthalten ist außerdem die Benutzung der Toiletten und Duschen im Kapitänshaus. Fußläufige Entfernung zum Ortszentrum mit einigen kleinen Geschäften, ca. 10 Min. Fußweg zum Intermarché.

 

Bei einer späteren Ortsinspektion entdecken wir gegenüber des Hafens weitere WoMo-Stellplätze, die allerdings derzeit mit einer Schranke versperrt sind. Im nahen Intermarché versorgen wir uns noch mit ein paar Schleckereien zum Jahresausgang, unter anderem eine große Flasche „von die Bier“, das speziell für das hiesige europäische Biermuseum gebraut wird.

Zurück am Stellplatz müssen wir feststellen, dass sich der kleine Platz gänzlich gefüllt hat. Nun steht ein Fahrzeug sehr nahe bei uns, um nicht zu sagen sehr eng an uns. Gott-sei-Dank haben wir einen äußeren Platz erwischt, so dass wir zumindest nur von einer Seite Wand-an-Wand stehen. Aber unhöflich und indiskret finden wir das schon! Der Nachbar kann uns direkt auf den Essenstisch schaun und wäre da nicht das Fenster dazwischen, was wir im übrigen gar nicht öffnen könnten, könnte er uns den Wein vom Tisch stehlen. Ganz abgesehen davon hört man jedes Husten, Schnarchen und ...

Nun schaun wir mal, was uns der Abend noch so bringt. Er bringt einen weiteren Nachbarn, der sich ins Parkverbot stellt, aber zumindest hält er noch soviel Abstand, dass wir unsere Tür öffnen und uns vor dem WoMo noch etwas bewegen können. Ansonsten verläuft die Silvesternacht sehr ruhig, um Mitternacht wird etwas um uns herum geknallt und wenig später kehrt auch schon wieder Ruhe ein und wir können schlafen gehen.

 

Prosit Neujahr!

 

 

Dienstag, 01.01.2008

 

Neujahrstag. Die Nacht war sehr ruhig, hält aber nicht allzu lange an. Bereits um 9 Uhr hört man den dicht stehenden Nachbarn in seiner Behausung rumoren und poltern, bis er dann schließlich seinen Motor startet und eine ganze Weile brummen lässt, bis er endlich davonfährt. Da ist es dann auch bei uns mit der Nachtruhe vorbei, außerdem müssen wir ja auch heute wieder nach Hause. Also los geht’s, „directemang“, teils durch ziemlich dichten Nebel, nach Schengen in Luxemburg zum Tanken und dann via Autobahn nach Hause.

 

A Bientôt!