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Zwei Wochen im Mai 2003 mit dem Wohnmobil
Oberitalien: Piemont - Lombardei - Trentino

Literatur:
Oberitalienische Seen, Michael Müller Verlag
Piemont, Lombardei, ADAC - Reiseführer
Diverses Info- und Kartenmaterial, das wir per Internet von verschiedenen Touristikbüros angefordert haben (und uns auch umfangreich zugesandt wurde).

Karten:
Kümmerly + Frey, Lombardei
Kümmerly + Frey, Aostatal - Piemont
natürlich auch noch ein paar Karten aus dem Fundus ...

Anreise

Mittwoch, 30.04.03

Um 13 Uhr wollten wir eigentlich los, aber Dank netter Arbeitgeber von M. wurde es 18 Uhr (Fortbildung findet natürlich nur in der (nicht bezahlten !!) Freizeit statt.
Aber auch mit dieser (arbeitgeberfreundlichen) Verspätung findet unser WoMo seinen Weg - schließlich nicht zum ersten Mal. Die bekannte, kostenlose Strecke von LU gen Süden
(siehe Sardinien 2003) fährt unser Tempomat auch diesmal wieder ab.
Gegen 22 Uhr halten wir auf der Autobahnraststätte Illertissen an, wo wir zwischen WoWa`s und WoMo`s und LKWs unser Nachtquartier beziehen. Das Abendessen war wie immer für die Anreise vorgeköchelt - noch ein Gläschen Rotwein (oder zwei)  - und trotzdem war die Nacht recht laut (direkt neben der Autobahn).

Pause am Silser See bei St. Moritz (Schweiz)
Silser See bei St. Moritz (Schweiz)
Oberitalien mit dem Wohnmobil  -  Stellplatz in Crema
Alba, die Stadt der Trüffel und Schokolade
gefährlicher Stellplatz in Alba (Schwimmbad, Parco Tanaro)
am Ufer des Tanaro in Alba
geflutete Reisfelder bei Vercelli
Isola di San Giulio im Lago d`Orta
Orta San Giulio
Piazza Mario Motta in Orta S.Giulio
Stellplatz in Stresa
Isola Bella - Lago Maggiore
Lago di Monate
Camping Lago di Monate
Campeggio del Sole (Iseo)
Maraglio - Monteisola
Sulzano
Naturreservat Torbiere del Sebino
Passo di Maniva

Donnerstag, 01.05.2003

On the road again - gen (Ober-) Italien. Kurz vor Nauders verlassen wir unsere altbekannte Strecke und fahren durch die Schweiz am Inn entlang (eine schöne Strecke, S27), passieren St. Moritz und den Silvaplaner See. Am Silser See legen wir eine kleine Rast ein.
Dann geht’s über die Grenze nach Italien, entlang des Comer Sees, direkt nach Bergamo. Hinein in die città - ein großer Fehler an einem Feiertag (oder Sonntag) ! In der città bassa (Neustadt) geht es schon sehr geschäftig zu, unterhalb der auf einem Plateau thronenden Altstadt (città alta) wimmelt es geradezu von Menschen, Vespas und Autos. Keine Chance mit einem Dickschiff einen Parkplatz zu finden. Völlig entnervt sind wir nach einer Stunde wieder aus dem Getümmel raus. Am Flughafen Orio al Serio vorbei fahren wir nach
Crema und schlagen hier am Ortseingang auf einem Parkplatz unser Nachtquartier auf.
Stellplatz: Schotterplatz am Ortseingang von Crema, kostenlos, keine VE

Freitag, 02.05.2003

Melodisches Glockenspiel der nahen Kirche S. Maria di Croce läutet den Tag ein. Wir wollen nach Alba, die Stadt der Trüffel und Schokolade (Ferrero). Auf einem Schotterplatz direkt hinter dem Mercato Ortofrutticolo stellen wir das WoMo ab. Kurze Verschnaufpause, dann machen wir uns zur Erkundungstour durch die Stadt der Trüffel auf. Im Casa del Caffé in der Via Cavour machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem leckeren “marrocchino”, ein Espresso mit aufgeschäumter Milch, viel Milchschaum, etwas flüssige Schokolade darin und mit Kakao bestäubt, serviert in einer kleinen Glastasse. Köstlich ! Auch sonst ist der Ort sehenswert und die Touristeninformation äußerst hilfsbereit. Wir sind gespannt auf den morgen stattfindenden Markt.
Stellplatz in Alba: Schotterplatz direkt hinter dem Mercato Ortofrutticolo, kostenlos, keine VE. Lt. Touristeninformation darf man in Alba auf allen öffentlichen Parkplätzen mit dem WoMo stehen (und nächtigen).
kostenlose VE in der Strasse Corso Bra (ca 1 Km vom Zentrum), gut ausgeschildert

Samstag, 03.05.2003

Markttag in Alba. Es gibt nichts, was es hier nicht gibt. Vom Schnürsenkel bis zum Traktor. So ein Bummel über den Markt und durch alle Gassen macht müde, und so erholen wir uns im “Antico Caffé Calissano” bei einem marrochino. Gegen Mittag inspizieren wir die Gegend um die Fa. Ferrero, allerdings entdecken wir keinen Verkaufsladen - dafür ist aber die Luft äußerst schokoladenträchtig.
Unserer WoMo steht ungeschützt in der gleisenden Sonne und so entschließen wir uns auf den gestern beim Abendspaziergang entdeckten
Parkplatz beim Schwimmbad (Piscina, Parco Tanaro) umzuziehen. Mit den Fahrrädern erkunden wir die Umgebung und finden einen schönen Picknickplatz am Ufer des Tanaro, ein idealer Platz zum Backgammon spielen und Faulenzen.
Nach gemütlicher WoMo-Küche am Abend lassen wir in aller Ruhe gegen 23 Uhr den Tag ausklingen.
Doch mit der Ruhe ist es um Mitternacht schnell vorbei. Wir werden durch laute Geräusche, erst am Heck bei den Fahrrädern, dann auf der rechten Seite, aus dem ersten Schlaf gerissen (Erich natürlich erst mit Verzögerung). Die dumpfen Schläge entpuppen sich schnell als Steinwürfe - das WoMo wird mit Steinen attackiert - zum Glück wurden keine Scheiben getroffen.
ALARMSTART:
Erich schwingt sich (halbnackt) hinters Steuer und wir ergreifen die Flucht. Nun sehen wir erst, dass sich der vor einer Stunde noch leere Parkplatz mächtig gefüllt hat und auch die Strasse vollgeparkt ist. Das etwa 100m entfernte Gebäude entpuppt sich als Disco und das “Publikum” ist auf dem Anmarsch.
Wir fahren auf den großen Parkplatz am Ortseingang von Alba und stellen uns hier zu einigen anderen WoMos. Im Hellen zählen wir dann sechs Einschläge, bis zu Daumendicke tief.

Sonntag, 04.05.2003

Auf zu neuen Taten, die Reisfelder von Vercelli rufen. Schon kurz nach Überquerung des Po sichten wir rechts und links der Straße Reisfelder. Schmale Kanäle verteilen das Wasser auf die riesigen Reisfelder. Gegen Mittag treffen wir in Vercelli ein - Siesta - kaum ein Mensch auf der Straße. Nahe des Stadtzentrums finden wir einen geeigneten Parkplatz, aber keinen Womo-Stellplatz, was uns später auch dazu veranlasst, weiter zu fahren. Wir bummeln durch die menschenleeren Straßen und Gassen. Im Mittelpunkt der Altstadt stossen wir auf die Piazza Cavour - leider zur Zeit eine einzige Baustelle. Auf den Vercellireis müssen wir leider auch verzichten - Siesta - alle Geschäfte zu. Weiter von Reisfeldern gesäumt geht es nach Novara. Auch hier kein Stellplatz. Diesen finden wir dann am Lago di Orta oberhalb des Ortes Orta San Giulio auf dem Sacro Monte. Der Parkplatz an der Klosteranlage bietet 8 Womos ein Quartier, ein Toilettenhäuschen und eine Wasserstelle sind vor Ort. Ein schöner Spaziergang führt uns durch die bewaldete Klosteranlage hinunter nach Orta San Giulio. Nach einem Rundgang durch den reizvollen Ortskern folgt der etwas schweißtreibende Aufstieg wieder zum Kloster. Unter Buchen und Pinien gönnen wir uns in der Dämmerung im Biergarten eine Erfrischung. Mittlerweile ist es hier oben ruhig geworden, die vielen Touristen sind abgezogen. Abendessen gibt es dann im Klosterlokal - in jeder Beziehung empfehlenswert !! - unsere etwas gedämpfte Stimmung vom Vortag ist verflogen.
Route: Alba - SS231 - Canove - S29 - Priocca - S. Damiano d`Asti - Asti - S457 - Vercelli - SS11 - Novara - S229 - Borgomanero - Gozzano - Orta San Giulio.
Stellplatz:
Parkplatz auf dem Sacro Monte bei der Klosteranlage. Gebührenfrei, ausgewiesene Stellplätze, etwas enge Zufahrt (da muß schon mal rangiert werden). Wasseranschluß mit Becken, Toilettenhäuschen (über Nacht geschlossen). 15 Minuten fußläufig durch die Klosteranlage in den Ort.

Montag, 05.05.2003

Wunderbare ruhige Nacht. Am frühen Morgen, außer Vogelgezwitscher, klösterliche Ruhe. Bevor die Touristenströme wieder einsetzen, ziehen wir weiter zum nahegelegenen Lago di Mergozzo. An dem ruhig und schön gelegen See gibt es allerdings nur zwei Campingplätze und keine Stellmöglichkeit. Da muss sich doch noch was anderes finden lassen. Auf zum Lago Maggiore. Laut Internetrecherche soll sich dort direkt am See in Stresa der schönste Stellplatz befinden. Wir finden aber nix ! Per Zufall, wir fahren zum Hafen Carciano, um den Uferbereich besser überschauen zu können, entdecken wir eine kleine Womokolonie. Ohne lange zu fackeln beziehen wir ein freies Plätzchen direkt am See. Zum Auffüllen unserer Vorräte folgt ein Spaziergang ins Städtchen. Ziemlicher Touristenrummel, italienisch hört man kaum. Am Nachmittag geht es per Boot zur Isola Bella (Hin- und zurück € 2,40 / Pers.). Nachdem wir 8 EURO / Pers. Eintrittsgeld bezahlt haben, dürfen wir die eigentliche Insel, den Palazzo und die prachtvolle Gartenanlage besichtigen.
Route: Orta San Giulio - SS229 - Omegna - Gravallona - Mergozzo - Feriolo - SS33 - Baveno - Stresa
Stellplatz: Stresa, nahe der Bootsanlegestelle “Carciano” und der Seilbahnstation, unterhalb einer Tankstelle, ca. 10 Plätze, kostenlos, keine VE

Dienstag, 06.05.2003

Genug vom internationalen Touristenrummel schlagen wir unsere Zelte ab. Das Ostufer des Lago Maggiore ruft. Das lombardische Luino oder besser gesagt der älteste Markt der Region lockt, immer mittwochs. Die Parkplatzsuche in Luino gestaltet sich mal wieder ziemlich problematisch. Der Ort selbst ist nicht sonderlich spektakulär (drum gibts auch keine Fotos). Rote Pflastersteine kennzeichen die Gassen der Altstadt.
Route: Stresa - SS33 - Arona - Sesto Calende - SS629 - Angera - Laveno - Luino
Stellplatz: Freizeithafen von Luino, in der Zufahrtsstraße zum Strandbad. Keine VE, eine Sanitäranlage für Freizeitschiffer z.Z. im Bau, ebenso ein großer Parkplatz.

Mittwoch, 07.05.2003

Markttag in Luino. Ein buntes Treiben mit italienischer Gelassenheit durch den ganzen Ort. Nachdem wir uns selbst mit frischen Lebensmitteln eingedeckt haben verziehen wir uns in die kühlen Räume der “Cantinone Corvi”. Und diese kleine Osteria hält, was uns der Reiseführer verspricht: Weinverkauf, gemütliches “Wohnzimmer”, köstliche Speisen - Vitello tonato (weiß jeder Italienfan, was das ist !) und Brasato (köstliches, mürbes, absolut zartes Rindfleischgulasch mit Erbsen). Gut gestärkt geht es weiter. Vorbei am Lago di Ghirla kommen wir zum Lago di Varese, jedoch keine geeignete Stellplatzmöglichkeit. Am Lago di Monate entdecken wir dann endlich, nachdem wir fast den ganzen See umrundet haben, den “Camping Lago di Monate” am Westufer des Sees. Wir sind fast die einzigen Gäste, die von Dauercampern belegten Plätze z.Z. unbewohnt. Somit haben wir freie Auswahl und können uns selbst einen Platz aussuchen. Es herrscht absolute Ruhe. Jetzt gibt es für uns nur noch eines - dolce far niente !!
Route: Luino - SS394 - Grantola - Ghirla - Varese - Schiranna - Gavirate - Bian - Dronno - Travedona - Monate - Cadrezzate - Osmate - Camping Lago di Monate
Stellplatz: “Camping Lago di Monate”. Direkt am See gelegen mit Bar / Restaurant, saubere Sanitäranlagen, Womo VE Station, Stromanschluß, Kosten für eine Nacht € 7,20 (all inclusiv).

Donnerstag, 08.05.2003

Nächster Anziehungspunkt: Lago d`Iseo. Aufgrund vorhandener (geschenkter) Campingschecks beziehen wir einen Stellplatz mit direktem Seeblick auf dem besten Campingplatz am See, dem Campeggio del Sole, Platz 144. Basta !! Es ist ziemlich heiß und die Strecke hierher war auch nicht gerade kurz. Somit passiert heute nicht mehr viel - schließlich haben wir Urlaub.
Route: Lago di Monate - SS629 - Vergiate - Azzate - Gazzadda - Lozza - Vedano - SS342 - Como - Alzate - Calco - Brivio - Bergamo - Grumello - Sarnico - Iseo
Stellplatz: “Camping del Sole”, ca 1 Km westlich von Iseo. Alles da was man so braucht und sehr gepflegt.

Freitag, 09.05.2003

Mit dem Fahrrad strampeln wir zur Schiffsanlegestelle in Iseo. Per Boot erreichen wir in wenigen Minuten die Monteisola. Autos gibt es hier nur wenige, dafür aber viele Vespas. Touristen dürfen nur Fahrräder oder den Bus benutzen, oder zu Fuß gehen, so wie wir. In zwei Stunden umrunden wir, mal hoch, mal runter, oftmals ziemlich schwitzend die Insel, ca 9 Km. Zurück am Hafen von Pescheria Maraglio haben wir nun allerdings die Mittagszeit verpasst, die Trattorien haben bereits Siesta. Mit der nächsten Fähre geht es zurück nach Iseo und hier direkt in die nächste Gelateria.

Samstag / Sonntag, 10./11.05.2003

Das Wochenende ist mit Radtouren und Wanderungen in die Umgebung um den See ausgefüllt. Inzwischen sind auch viele italienische Dauercamper fürs Wochenende auf dem Platz eingetroffen. Es ist wesentlich lebhafter geworden, aber immer noch ganz gemütlich.

Montag, 12.05.2003

Wir brechen unsere Zelte ab, es gibt noch mehr erholsame Seen, die auf uns warten, z.B. der Lago d`Idro. Zur Anfahrt wählen wir die S345 über den knapp 2000m hohen Passo di Maniva. Eine Traumstrecke, die Straße teils nur womobreit. Doch dann ist am Pass oben Sense. Die nach links führende Straße zum Passo di Croce Dominii ist gesperrt und das letzte Stückchen Straße endet auf einem großen Schotterparkplatz. Wo zum Teufel ist die auf der TCI-Karte eingezeichnete Serpentinenstraße nach Bagolino ? Wir drehen eine Runde über den Platz, wollen schon zurückfahren, als wir in der hintersten Ecke ein total verbollertes Schild entdecken. Brescia nach rechts, Bagolino nach links. Aber wo ist die Straße. Was wir sehen gleicht mehr einem Feldweg ! “Was tun ?” sprach Zeus (Erich). Zurück oder Augen zu und durch ? - Augen zu und durch ! Und jetzt gesellt sich auch noch ein Gewitter dazu. Im ersten Gang und Schritt-Tempo geht es los, schnell vorher trotz einsetzendem Regen noch ein paar Fotos gemacht.

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