www.Erich-Ehl.de

Freitag, 20. 09. 2002

Das kleine Gewitter vom Vorabend hat sich verzogen. Auf zur Entdeckungstour ins Landesinnere. Erster Anziehungspunkt ist das nahegelegene Posada, welches wir schon seit gestern im Blickfeld haben. Von oben bietet sich ein weiter Blick auf die Baronia und zur Küste, auch auf die Bucht von letzter Nacht.
Ab in die
Berge. Von Siniscola wählen wir die Bergstraße entlang der Nordseite der Monte Albo (Weiße Berge). Die Straße windet sich von etwa 40 m hinauf auf etwa 600 m bei der Cant. di Sant´Anna. Hier biegen wir ab nach Lula. Ziemlich kurvenreich windet sich das Sträßchen am Berghang entlang bis auf eine Höhe von etwa 830 m, über uns die steilen Felsen der Tausender. Gleich nach dem Abzweig Sant´Anna in Richtung Lula stoßen wir unübersehbar auf eine Wasserquelle am linken Straßenrand. Hier wird natürlich aufgefüllt. Die Bergregion ist sehr dünn besiedelt, wir begegnen nur einheimischen Vierbeinern: Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine... Vorbei an Bitti kommen wir, durch ausgedehnte Korkeichenwälder, dazwischen Schafweiden, nach Nuoro.
Es ist Zeit nach einem geeigneten Nachtquartier Ausschau zu halten. Die Bergtour hat doch mehr Zeit in Anspruch genommen als wir dachten. Doch Nuoro wird eher zur Katastrophe, die Parkplatzsuche ist ein Kapitel für sich und die Beschilderung mal wieder typisch italienisch - man findet nichts. Wir fahren weiter nach Oliena. Aber auch hier negativ. Dorgali. Auch nach dreimaliger Umfahrung der Stadt finden wir weder die bereits am Ortseingang ausgeschilderte WoMo-Entsorgungsstation, noch einen womotauglichen Parkplatz.
Was bietet die TCI-Karte ? Cala Gonone ! Traumstrände (verspricht der Reiseführer !). Zu erreichen über einen Tunnel, Höhenangabe 3 m - muss reichen. Macht uns alles nicht so richtig an - Politessen hier - Politessen da - die Alternative Campingplatz (25 EUR Minimum) ist auch nicht unser Ding.
Zurück nach Dorgali. Wir parken erst mal im Hof einer Pizzeria, der Wirt erlaubt uns später in perfektem Deutsch (9 Jahre in Deutschland), dass wir über Nacht dort stehen dürfen. Frutti di Mare und Vino rosso bescheren uns die ideale Bettschwere.
Stellplatz:
Parkplatz des Restaurants “Il Giardino” an der östlichen Ortsumgehungsstrasse von Dorgali. Kostenlos (wenn man den Wirt vorher fragt), VE ...

Samstag, 21. 09. 2002

Heute wollen wir uns mehr dem dolce far niente zuwenden, der Tag gestern war ziemlich anstrengend. Richtung Orosei legen wir am Marmorsteinbruch einen Stopp ein. In Orosei halten wir uns rechts Richtung “Caletta”, dann sehen wir den Hinweis “Petrosu”. Zwischen Pinienhain und Stranddüne finden wir unseren Stellplatz nahe der Gaststätte “Su Petrosu”.
Am Nachmittag rappeln wir uns auf und spazieren zur kleinen Hafenanlage in der Caletta di Osalla, klettern um ein kleines Felskap herum zum Spiaggia Osalla, von hier aus, ziemlich schweißtreibend, die Stichstrasse hinauf. Unter uns liegt eine Traumbucht, die Spiaggia Cartoe. Vor dem heranziehenden Gewitter schaffen wir es noch zurück zu kommen, es (das Gewitter) ist aber auch gleich wieder vorbei.
Das Abendessen findet dann wieder unter freiem Himmel statt, auf dem Grill gebruzzelt.
Stellplatz:
Parkplatz bei der Gaststätte “Su Petrosu” in der Caletta di Osalla am Golfo di Orosei. Kostenlos. Keine VE.

Sonntag, 22. 09. 2002

Heute steht uns eine herrliche Fahrt durch eine atemberaubende Gebirgsregion bevor. Wir fahren durch den Parco Nazionale del Golfo di Orosei e del Gennargentu. In knapp über 1000 m hat sich am Genna Silana Pass ein Hotel und am Genna Croce Pass ein Rasthaus angesiedelt. Halbwilde Schweine erbetteln sich hier bei den Touris ihr Futter. Wenig später bremsen wir auch wieder für Ziegen, Schafe und Pferde. Kurvenreich schlängelt sich die SS125 hinab nach Baunei. Bei der ersten Gelegenheit stellen wir das WoMo ab und erkunden das Bergstädtchen. Von der Terasse einer Kneipe hat man einen schönen (heute allerdings etwas trüben) Blick auf das Umland bis hin zum Thyrrenischen Meer. Zu unserer Bestellung liefert der Wirt auch gleich ein Fernglas mit - Super Service !!
Wir rollen hinunter nach Santa Maria Navarrese. Kann man auf Meerblick verzichten, bieten sich hier zahlreiche Parkmöglichkeiten an. Zum Nachbarort führt uns ein WoMo Entsorgungsschild. Der Stellplatz hier kostet jedoch 10,40 EUR (bis 30.09.) Wir brauchen jedoch nur Wasser und da vom Platzwart weit und breit nichts zu sehen ist, bedienen wir uns erst mal selbst. Als wir fertig sind, ist vom Platzwart immer noch nichts zu sehen ...
Auf nach Arbatax zu den berühmten roten Porphyrfelsen. Die riesige (leere) Parkfläche bei den Rocce rosse entspricht nicht unseren Vorstellungen für eine Übernachtung (abgesehen davon sind wir bereits Disko - geschädigt) und so stellen wir uns in den
Hafen von Arbatax. Ein kurzes aufziehendes Gewitter beschert uns ein paar schöne Bilder (76 - 80).
Zum Abendessen finden wir eine Trattoria, in der es zu später Stunde ziemlich lebhaft, eben italienisch, zugeht.
Stellplatz:
Fähr-, Yacht- und Fischereihafen von Arbatax.
Kostenlos, Keine VE

Montag, 23. 09. 2002

Ein Abstecher in die bergige Region der Ogliastra steht auf dem Programm. Von Tortoli führt die SS198 hinauf nach Ilbono und weiter auf eine Höhe von 590 m nach Lanusei. Hinab führt uns die SS390 über Loceri nach Bari Sardo im Süden des Ogliastragebietes. Nach etwa vier Kilometern erreichen wir den Strand von Torre di Bari, hier endet die Strasse. Als Bade- oder Übernachtungsplatz lädt uns dieser Küstenabschnitt aber nicht gerade ein. Wir zuckeln die Strasse etwas zurück bis zu dem mit “Cea” beschildertem Abzweig, kurz darauf biegen wir rechts ab und fahren über die Brücke des Rio Mannu. Es folgt eine Berg- und Talfahrt entlang einer nur geringfügig womo-breiteren Strasse. Irgendwann biegen wir mal links ab und folgen den Telefonleitungen. Diese führen uns zu einem Parkplatz bei einer Trattoria. Hinter einer Düne eröffnet sich uns ein weisser Sandstrand, rote Felsen und das tiefblaue Meer ... dieser Platz ist gebongt !! Es gibt nur wenige Badegäste und WoMo`s sind keine in Sicht. Lt. WoMo-Schulz befinden wir uns am Strand vor den Scogli Rossi, lt. Beschilderung der Trattoria am Lido di Cea. Einem gemütlichen Faulenzertag steht nichts mehr im Weg, Abendessen in der einfachen aber dennoch kulinarisch guten Trattoria. Spät am Abend gesellt sich noch ein Campingbus zu uns, wir können beruhigt in den Alkoven klettern.
Stellplatz:
Kleiner Sandparkplatz hinter der Trattoria “Lido di Cea”. Kostenlos. Keine VE (bei Bedarf Toilette und Dusche gegen Gebühr bei der Trattoria).

Dienstag, 24. 09. 2002

Heute morgen ist es trübe, der Himmel wolkenverhangen. Die “Strada Orientale Sarda” (SS125) steht auf dem Programm. Wesentlich einfacher als gedacht, stossen wir bei Km 133 auf die SS125. Wir kommen wieder nach Bari Sardo und folgen der orientalischen Strasse Richtung Muravera im Gebiet Sarrabus. Kurz vor Villaputzu biegen wir ab zum Porto Corallo. Ist nicht unser Ding und um es kurz zu machen, wir verschlingen noch etliche Kilometer in der Gegend bis wir schließlich zum Capo Ferrato kommen. Vier Kilometer weiter biegen wir rechts ab Richtung Villagio Rei Marina. Nach einem Pferdegestüt etwa 1,5 Km später führt links ein unbeschilderter Sandweg direkt an den Strand der Piscina Rei. Zwischen Mastixsträuchern und Binsen richten wir uns ein. Beim Strandspaziergang bewundern wir die herrlich eingezäunten Feriensiedlungen und Campingplätze - von unserem Stellplatz aus sehen wir zum Glück dieses Elend nicht.
Der Himmel klart auf, die WoMo Küche gibt ihr Bestes ...
Stellplatz:
Piscina Rei (Costa Rei), kostenlos, keine VE

Mittwoch, 25. 09. 2002

Leider müssen wir uns ganz langsam mit der Rückreise beschäftigen - ein grausamer Gedanke. Die Deutsche Welle meldet 10 °C in Deutschland, 20 ° Grad Unterschied ! Igitt !! Aber wir wollen uns den etappenartigen Rückzug so angenehm wie möglich gestalten. Unsere ausgedruckten Internetseiten preisen ein Lokal, “Il Moro”, hinter Villasimius an der Strasse nach Cagliari. Das Bild der folgenden Strecke ist von Touris geprägt, kein sardisches Flair. Am Ortsrand von Villasimius finden wir einen Camperservice und für 5 EUR wird getan, was getan werden muss. Zu meinem Vergügen folgt dann noch ein Stadtbummel. Wir machen eine kurze Erkundung nach “Il Moro”, finden es auch gleich, großer Parkplatz vorhanden - das wäre geklärt, aber es ist noch früh am Tag. Was tun ?. Dolce far niente ! Capo Carbonara - wir kommen. Wir fahren bis zum Ende der Strasse auf dem Kap. Superausblick ! Vor uns das türkisblaue Meer, unter uns ein kleiner Strand und ... was ist das ? Ein WoMo ? Wie kommt das da runter ? Die Augen folgen einer Sandpiste vom Strand weg, die muss ja irgendwo rauskommen und das finden wir dann auch. Etwas holprig geht`s bergab und zwischen Eukalyptusbäumen finden wir einen schattigen Stellplatz.
Campingstühle, Tisch, Käse, Trauben, Tomaten, Brot und Rotwein ausgepackt, Blick auf`s Meer, die
Isola dei Cavoli vor der Nase.
Was gibt es Schöneres ! Was bedeutet eigentlich “Il Moro” ? Vergessen wir`s, wir haben schließlich selbst Spaghetti !
Von der Bucht führt ein Trampelfahrt zwischen Macchiabüschen hinauf zum Kap mit einem herrlichen Rundumblick. Kann ein Lokal das toppen ?
Stellplatz:
Strandbereich unterhalb der Strasse am Capo Carbonara.
Kostenlos. Keine VE.

Donnerstag, 26. 09. 2002

Wir wollen heute nach Olbia um dort gemütlich unseren “Ausstand” zu begehen. Auf der schönen Panoramastrasse bis Cagliari, vorbei am Golfo di Carbonara.
Quer über die Insel, auf der Schnellstrasse, erreichen wir am späten Nachmittag Olbia. Unseren “Traum -(aller schlaflosen Nächte) Stellplatz” finden wir unter der Brücke nahe des Kriegerdenkmals. Am Abend durchbummeln wir die Hafenstadt, auch auf der Suche nach einem schönen Lokal. Unsere Wahl fällt auf eine kleine Trattoria / Pizzeria in der Altstadt. Leider ein Flop. Alles sehr bescheiden - außer den Preisen. Sind wir aber auch selber Schuld, normalerweise heißt unser Wahlspruch: “... nicht in der ersten Reihe ...”
Stellplatz:
Parkplatz nahe dem Fischereihafen und dem Kriegerdenkmal (unter der Brücke) an der Viale Redipuglia.
Kostenlos. Keine VE

Freitag, 27. 09. 2002

Pünktlich um 6 Uhr kommt die Kehrmaschine. Doch die frühe Stunde ermöglicht die Bewunderung eines Bilderbuch-Sonnenaufgangs. Am Nachmittag verlegen wir unseren Stellplatz in den Hafen. Ein letzter caffe im Hafengebäude und ein kurzes Gewitter verabschieden uns, bevor die “Golfo dei Poeti” uns aufnimmt.

Samstag, 28. 09. 2002

7 Uhr - Ankunft in Livorno.
Ratzfatz sind wir wieder vom Schiff und starten direkt zur Heimreise durch. Eine Umleitung führt uns gegen Abend, zwischen Füssen und Kempten, in das Örtchen Hopferau. Die Fahrerei war lange genug, wir haben Hunger und was Deftiges - Hausmannskost - wäre nicht schlecht. Im Ort haben wir schon das Landgasthaus “Hirsch”, mit eigener Metzgerei, erspäht. Jetzt noch ein Schlafplätzchen finden und der Tag ist wieder gerettet. Den Übernachtungsplatz finden wir auch schnell auf dem Parkplatz des
Schlosses Hopferau, in nächster Nähe zum “Hirsch”.
Der Rest des Abends ist wohl klar, aber es ist saukalt !
Stellplatz:
Parkplatz des Schlosses Hopferau. Kostenlos. Keine VE

Sonntag, 29. 09. 2002

Temperatur unter 0 °C. Affenkälte. Heizung und Boiler an. Vor der Weiterfahrt noch Eiskratzen an den Seitenscheiben, wo sind wir hier eigentlich ? Quasi dahemm - leider. Was soll`s, am späten Nachmittag sind wir wirklich zu Hause.
Sardinien hat uns in seinen Bann gezogen - wir werden wieder kommen !!

< Teil 1 >     < Teil 2 >     < Teil 3 >

Sardinien 2003
Google

 

Posada (im Hintergrund Strand und Stellplatz)
Nebel am Monte Albo
Wasserfassen auf dem Monte Albo (830 m)
Marmorbruch bei Orosei
Strand bei Su Petrosu
Stellplatz in Su Petrosu
(trüber) Blick von Baunei auf den Stagno di Tartoli
kein Zaun
Gebirgsregion des Gennargentu
Hafen von Arbatax
Arbatax
Arbatax
Arbatax
Wolkenschauspiel über Arbatax
Stellplatz am Lido di Cea
Lido di Cea
Scogli Rossi am Lido di Cea
Stellplatz Costa Rei (Piscina Rei)
Capo Carbonara
Isola dei Cavoli
Capo Carbonara
Webmaster mit Ausblick
Hafen von Olbia
Olbia (nach der Kehrmaschine)
Golfo dei Poeti (links)
Schloss Hopferau
Stellplatz in Hopferau (Parkplatz am Schloss)